Freitag, 24. September 2021 Keynote Chris Oliver 16:15 - 17:00 Raum: Humboldt

Förderung des Wohlbefindens von Menschen mit schwerer Intelligenzminderung und komplexen Bedürfnissen

Eine beträchtliche Anzahl von Forschungsarbeiten hat die Bedeutung von Umwelteinflüssen auf das Verhalten und Wohlbefinden von Menschen mit schwerer Intelligenzminderung (IM) und komplexen Bedürfnissen identifiziert. Diese Forschung hat die vorherrschenden biologischen, psychologischen und sozialen Interventionen hervorgebracht, die den Schwerpunkt auf Veränderungen in der Umwelt legen und damit implizit eine minimale Rolle für individuelle Unterschiede in kausalen Modellen zum Verständnis von Verhalten und Wohlbefinden spielen. Eine zweite Forschungslinie hat wiederholt die starken Verbindungen zwischen der Ursache der IM, dem Verhalten und Aspekten des Wohlbefindens aufgezeigt. Zum Beispiel sind genetische und individuelle Unterschiede mit dem Entwicklungsverlauf, der Prävalenz und der Präsentation von Schlafproblemen, Angst, Selbstverletzung, sensorischer Sensibilität und Sozialverhalten verbunden. Wichtig ist, dass sich die Einflüsse auf Verhalten und Wohlbefinden über zahlreiche spezifische genetische Ursachen hinweg akkumulieren und auf unterschiedliche Weise interagieren und Einblick in die Art der komplexen Bedürfnisse aller Menschen mit schwerer IM geben können. Die Erkenntnis, dass sowohl die Unterschiede in der Umwelt als auch die individuellen Unterschiede und ihre Wechselwirkungen Verhalten und Wohlbefinden untermauern, kann die Ziele für die Unterstützung erweitern, dazu beitragen, Umweltveränderungen zu fokussieren und die wahrscheinliche Wirksamkeit von Interventionen zu erhöhen.